Senioren · Vorbericht

FCS reist mit klarer Aufgabe nach Blasbach

Der FC Schöffengrund ist am Sonntag um 14:30 Uhr beim TSV Blasbach gefordert. Die Ausgangslage ist eindeutig: Unsere Erste führt die Kreisliga A mit 28 Punkten an, der Gastgeber wartet nach 13 Spielen noch immer auf den ersten Zähler. Für den FCS geht es darum, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden und vor den kommenden Duellen mit der direkten Konkurrenz keine Punkte liegen zu lassen. Parallel tritt unsere Zweite in Altenkirchen an.

31. Oktober 2026 14. Spieltag
FCS-Trainer Gianni Piana während des Auswärtsspiels in Burgsolms
Gianni Piana und der FCS gehen mit 28 Punkten in den 14. Spieltag. Am Sonntag wartet das Auswärtsspiel beim TSV Blasbach.

Die Tabelle lässt vor dem 14. Spieltag wenig Interpretationsspielraum. Schöffengrund steht mit 28 Punkten und 48:17 Toren an der Spitze, Blasbach mit null Punkten und 6:49 Toren am anderen Ende. Dazwischen liegt nicht nur ein deutlicher Abstand, sondern auch eine komplett unterschiedliche Saisonentwicklung.

Während sich der FCS nach einem wechselhaften August stabilisiert und seit Wochen im oberen Bereich festgesetzt hat, ist Blasbach bislang ohne Erfolgserlebnis geblieben. Trotzdem bleibt die Aufgabe für unsere Mannschaft klar umrissen. Waldgirmes III folgt mit 27 Punkten direkt hinter uns, Lemp und Oberbiel stehen jeweils bei 25 Zählern. Auch beim Schlusslicht zählt deshalb jeder Punkt.

Seit zehn Spielen ungeschlagen

Unsere einzige Niederlage stammt weiterhin vom 0:2 bei der SpVgg. Lemp am 15. August. Seitdem ist der FCS in zehn Ligaspielen ohne Niederlage geblieben und hat sich mit sieben Siegen und drei Unentschieden aus dieser Phase Schritt für Schritt an die Tabellenspitze gearbeitet.

Auffällig verändert hat sich zuletzt weniger die Punkteausbeute als die Art, wie die Ergebnisse zustande kommen. Im September gab es mehrere deutliche Siege, unter anderem das 6:2 bei Waldsolms II, das 10:0 gegen Hohenahr, das 3:0 in Waldgirmes und das 5:1 gegen Kölschhausen. Inzwischen verlangen die Begegnungen deutlich häufiger Geduld.

Auf das 1:1 gegen Eintracht Wetzlar folgte ein 3:2 gegen Cleeberg II, anschließend das 2:2 bei Ehringshausen/Dillheim. Am vergangenen Sonntag gelang beim FC Burgsolms II schließlich ein später 2:1-Auswärtssieg.

Dort lag der FCS bis in die Schlussphase zurück, ehe Nys Schäfer in der 76. Minute ausglich und Dennis Schmidbauer nur fünf Minuten später das Spiel komplett drehte. In den letzten Minuten war anschließend Marvin Zintl mehrfach gefordert und sicherte den Erfolg mit wichtigen Paraden.

Solche Partien zeigen, dass die Mannschaft inzwischen auch dann Lösungen findet, wenn ein Spiel nicht früh in die gewünschte Richtung läuft. Gleichzeitig blieb der FCS in den vergangenen fünf Ligapartien nicht mehr ohne Gegentor. Der letzte Zu-null-Erfolg war das 3:0 beim SC Waldgirmes III.

Offensiv bleibt Schöffengrund dagegen weiterhin deutlich vor der Konkurrenz. 48 Tore in 13 Spielen sind der beste Wert der Liga. Patrick „Rick“ Schmidt und Dennis Schmidbauer stehen jeweils bei 14 Treffern. Davide Benatti kommt auf elf Tore, fällt aktuell allerdings weiterhin verletzt aus.

Blasbach wartet weiter auf den ersten Punkt

Beim TSV ist die Saison bislang in die entgegengesetzte Richtung verlaufen. 13 Spiele, 13 Niederlagen und lediglich sechs eigene Treffer bedeuten den letzten Tabellenplatz. Siebenmal blieb Blasbach ohne eigenen Treffer, gleichzeitig gelang bislang kein einziges Spiel ohne Gegentor.

Die bloßen Zahlen zeichnen allerdings ein etwas härteres Bild als einige der jüngsten Auftritte. Gerade das Nachholspiel am Donnerstag zeigte, dass Blasbach nicht in jeder Partie deutlich unterlegen ist. Gegen Nauborn/Laufdorf geriet der TSV früh in Rückstand, kam durch Tijan Özgül noch vor der Pause zum 1:1 und hielt die Begegnung anschließend lange offen.

Erst in der 86. Minute fiel das 1:2. Kurz vor Schluss verhinderte zudem die Latte den möglichen Ausgleich. Blasbach verlor damit zwar erneut, zeigte aber gerade in diesem Spiel, dass die Mannschaft einem ersten Erfolgserlebnis durchaus nahekommen kann.

Für den FCS dürfte deshalb entscheidend sein, die Partie früh in die eigene Richtung zu lenken und dem Gastgeber möglichst wenig Gelegenheit zu geben, über einen offenen Spielstand zusätzliches Selbstvertrauen zu entwickeln. Hinzu kommt, dass Blasbach nur drei Tage zwischen dem Nachholspiel und der Begegnung mit Schöffengrund hat.

Ein Jahr später sind die Rollen komplett vertauscht

Besonders interessant wird die Partie durch den Blick auf die vergangenen direkten Duelle. Ende Oktober 2025 standen sich beide Mannschaften in Blasbach noch unter völlig anderen Voraussetzungen gegenüber. Damals war es ein Duell im Tabellenkeller. Der TSV führte lange mit 1:0, ehe Louis Zutt in der 92. Minute noch den 1:1-Ausgleich erzielte.

Auch im Rückspiel spielte Zutt eine zentrale Rolle. Beim 3:1-Heimsieg des FCS erzielte er sowohl das frühe 1:0 als auch später das 3:0. Drei der letzten vier Schöffengrunder Treffer gegen Blasbach gehen damit auf sein Konto.

Die jüngere Auswärtsbilanz in Blasbach ist dennoch ausbaufähig. Im November 2024 verlor Schöffengrund dort mit 0:1, ein Jahr später folgte das 1:1. Für die heutige Kräfteverteilung besitzen diese Resultate nur begrenzte Aussagekraft, sie verdeutlichen aber, wie stark sich das Bild innerhalb eines Jahres verändert hat.

Vor einem Jahr trafen sich beide Mannschaften noch im Tabellenkeller. Diesmal reist der FCS als Spitzenreiter zum weiterhin punktlosen TSV Blasbach.

Favoritenrolle annehmen, ohne nachlässig zu werden

Genau darin liegt die eigentliche Aufgabe des Sonntags. Unsere Mannschaft muss nicht erst beweisen, dass sie grundsätzlich stärker einzuschätzen ist. Tabelle, Torverhältnis und die Ergebnisse der vergangenen Wochen sprechen dafür deutlich genug. Entscheidend ist vielmehr, diese Ausgangslage auf dem Platz konsequent umzusetzen.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass auch vermeintlich klare Aufgaben schnell eng werden können, wenn der Gegner lange im Spiel bleibt. Gegen Eintracht, Cleeberg, Ehringshausen und Burgsolms musste der FCS mehrfach Geduld zeigen und sich seine Ergebnisse teilweise bis in die Schlussphase erarbeiten.

In Blasbach sollte deshalb weniger der Blick auf die null Punkte des Gegners entscheidend sein als die eigene Spielkontrolle. Gelingt es, die eigenen Ballbesitzphasen sauber auszuspielen und die Chancen konsequent zu nutzen, kann die Mannschaft die Partie früh in ruhigere Bahnen lenken. Bleibt das Ergebnis lange offen, dürfte ein Gastgeber, der zuletzt nur knapp an seinem ersten Punktgewinn vorbeigeschrammt ist, zunehmend Mut schöpfen.

Ein Sieg würde die Tabellenführung mindestens für einen weiteren Spieltag sichern und gleichzeitig die Ausgangslage vor dem nächsten direkten Duell verbessern. Am 8. November wartet mit der SG Oberbiel bereits eine Mannschaft aus der Spitzengruppe.

Zweite will in Altenkirchen nachlegen

Parallel zur Ersten ist unsere Zweite um 14:30 Uhr auf dem Hartplatz in Altenkirchen gefordert. Nach dem klaren 5:0 beim FC Burgsolms III reist der FCS II mit Rückenwind zum Tabellenletzten und möchte den bislang stärksten Auswärtsauftritt der Saison direkt bestätigen.

Mit 13 Punkten aus 13 Begegnungen steht unsere Zweite im unteren Tabellendrittel. Sieben Unentschieden prägen die Saison weiterhin, doch der Erfolg in Burgsolms hat gezeigt, dass die Mannschaft enge Spiele nicht nur mitgestalten, sondern auch deutlich auf ihre Seite ziehen kann. Zwei Siege hintereinander gelangen in dieser Spielzeit bislang noch nicht.

Die Situation des Gegners lässt sich allerdings kaum mit einer gewöhnlichen sportlichen Krise erklären. Altenkirchen/Bonbaden/Neukirchen steht mit null Punkten und 3:77 Toren am Tabellenende, befindet sich seit dem Spätsommer aber zugleich in einem massiven personellen Umbruch.

Noch in der Saison 2024/25 war die SG der direkte Meisterschaftskonkurrent unserer Zweiten in der Kreisliga C. Mit 80 Punkten und 159:34 Toren holte Altenkirchen damals souverän den Titel, neun Zähler vor dem FCS. Im direkten Duell setzte sich die SG zunächst mit 7:2 durch, das Rückspiel endete 1:1.

Nach dem Aufstieg behauptete sich die Mannschaft auch in der B-Liga und wurde in der vergangenen Saison Zehnter. Erst im Sommer 2026 begann die Entwicklung in eine völlig andere Richtung. Eine schwache Trainingsbeteiligung, erste Nichtantritte und schließlich die Trennung von Spielertrainer Marcel Scheder und Co-Trainer Kevin Kühmichel führten zu einem erheblichen personellen Bruch.

Große Teile des bisherigen Kaders standen anschließend nicht mehr zur Verfügung. Inzwischen versucht Oliver Rein, Woche für Woche mit verbliebenen Spielern, ehemaligen Akteuren der Zweiten und Spielern aus den Alten Herren eine Mannschaft zusammenzustellen.

Die Ergebnisse spiegeln diese Schwierigkeiten wider. Zuletzt verlor Altenkirchen 0:14 gegen Münchholzhausen/Dutenhofen, 0:11 gegen Bissenberg/Leun/Tiefenbach und 0:10 beim SV Hermannstein.

Für unsere Zweite ist die Rollenverteilung damit ebenfalls klar. Nach dem 5:0 in Burgsolms geht es vor allem darum, konzentriert zu bleiben und den positiven Eindruck zu bestätigen. Personell fehlt Leon Strassheim nach seiner Gelb-Roten Karte aus der vergangenen Woche gesperrt.

Beide Partien beginnen am Sonntag um 14:30 Uhr. Die Erste ist auf dem Hartplatz des TSV Blasbach gefordert, die Zweite auf dem Hartplatz in Altenkirchen.

Für Rot und Weiß.