Erste: Schäfer eröffnet den Torreigen im Nachbarschaftsduell
Die Ausgangslage vor dem Duell mit dem FC Cleeberg II hätte sich gegenüber dem letzten Aufeinandertreffen im März kaum stärker verändern können. Damals hatte sich unsere Mannschaft mit einem 3:1 wichtige Punkte im Abstiegskampf gesichert. Gut sieben Monate später empfingen wir den Nachbarn als Tabellenführer der Kreisliga A. Nach fünf Siegen in Folge und dem jüngsten 1:1 gegen Eintracht Wetzlar wollte die Mannschaft von Gianni Piana wieder dreifach punkten.
Allerdings präsentierten sich die Gäste trotz ihres zwölften Tabellenplatzes als defensiv unangenehmer Gegner. In der Anfangsphase fand unsere Mannschaft nur selten klare Abschlusspositionen. Nys Schäfer versuchte es bereits in der achten Minute mit einem Fallrückzieher, verfehlte das Tor jedoch deutlich. Auch Fynn Krüger blieb mit seinem Abschluss in der 17. Minute erfolglos.
Nach einer halben Stunde nahm die Partie zunehmend Fahrt auf. Zunächst landete eine etwas zu nah ans Tor geratene Flanke von Nys Schäfer auf der Latte (31.). Nur eine Minute später stand unser Außenspieler erneut im Mittelpunkt. Einen langen Einwurf von Louis Zutt verlängerte Dennis Schmidbauer am kurzen Pfosten, sodass Schäfer am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten musste. Das 1:0 in der 32. Minute brachte unsere Mannschaft auf Kurs.
Bis zum Seitenwechsel blieb es bei der knappen Führung. Unmittelbar vor der Pause musste Marvin Zintl allerdings noch einmal sein Können unter Beweis stellen. Nach einem langen Ball kam Cleebergs Theo Textor frei zum Abschluss, doch unser Schlussmann verhinderte mit einer starken Parade den Ausgleich.
Schmidbauer trifft, der FCS lässt die Entscheidung liegen
Nach dem Seitenwechsel benötigte unsere Mannschaft nur wenige Minuten, um den Vorsprung auszubauen. Einen kurz ausgeführten Eckball brachte Nys Schäfer in den Strafraum, wo Dennis Schmidbauer am höchsten stieg und gegen die Laufrichtung von Gästetorwart Fynn Blum zum 2:0 einköpfte (49.).
In der Folge kontrollierte der FCS über weite Strecken das Geschehen und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten, die Begegnung frühzeitig zu entscheiden. Fynn Krüger verfehlte mit einem Distanzversuch knapp das Tor, nachdem er den weit aufgerückten Cleeberger Schlussmann erkannt hatte. Wenig später setzte Eaven Herder eine Hereingabe von Dennis Schmidbauer aus kurzer Distanz über die Latte.
Auch unser Kapitän selbst hätte mehrfach nachlegen können. Nach einer guten Stunde scheiterte er zunächst aus spitzem Winkel an Fynn Blum und später nach Vorarbeit von Nils Richter erneut am Gästetorwart. In der 67. Minute lag der Ball schließlich ein drittes Mal im Cleeberger Tor, nachdem Rick Schmidt unseren Angreifer in Szene gesetzt hatte. Ein aus unserer Sicht zumindest fragwürdiger Abseitspfiff verhinderte jedoch die Anerkennung des Treffers.
Dass unsere Mannschaft den Vorsprung trotz ihrer deutlichen Überlegenheit nicht weiter ausbauen konnte, sollte sich in der Schlussphase beinahe rächen.
Zwei späte Gegentore sorgen für Spannung
In der 79. Minute machte Theo Textor einen langen Ball fest und traf aus rund 16 Metern flach ins Eck. Plötzlich war Cleeberg mit dem 2:1 wieder in der Partie.
Der FCS antwortete mit weiteren Offensivaktionen. Nys Schäfer setzte einen Abschluss aus dem Rückraum knapp über die Latte, ehe Rick Schmidt nach einer Flanke von Nils Richter ebenfalls das Tor verfehlte.
In der 85. Minute schien die Entscheidung endlich gefallen. Ausgerechnet Maurice Florian, der vor der Saison aus Cleeberg nach Schöffengrund gewechselt war, leitete den dritten Treffer ein. Nach einem schnellen Umschaltmoment brachte er den Ball von rechts flach und scharf vor das Tor. Dennis Schmidbauer lief ein und vollendete zum 3:1.
Doch die Gäste gaben sich weiterhin nicht geschlagen. Nur eine Minute später verkürzte der eingewechselte Finn Luca Keßler auf 3:2 und sorgte damit erneut für Spannung.
In der Schlussminute sah Cleebergs Kapitän Christian Theisinger nach einem Festhalten gegen Dennis Schmidbauer die Gelb-Rote Karte. Auch in Unterzahl suchten die Gäste noch einmal den Ausgleich. Einen Eckball in der Nachspielzeit klärte Fabian Zimmermann am kurzen Pfosten, ehe auf der Gegenseite eine Flanke von Maurice Florian nur knapp am langen Eck vorbeiging.
Nach sechs Minuten Nachspielzeit war der nächste Derbysieg schließlich perfekt.
Siebter Saisonsieg festigt die Spitzenposition
Unter dem Strich stand ein verdienter, letztlich aber unnötig knapper 3:2-Erfolg. Gerade nach dem zweiten Treffer hatte unsere Mannschaft ausreichend Möglichkeiten, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Stattdessen sorgten die beiden späten Gegentore dafür, dass der FCS bis zum Abpfiff um die drei Punkte kämpfen musste.
Mit dem siebten Saisonsieg erhöhte die Mannschaft von Gianni Piana ihr Punktekonto auf 24 Zähler und behauptete damit die Tabellenführung. Gleichzeitig blieb unsere Erste zum siebten Mal in Folge ungeschlagen und setzte auch ihre Heimserie fort. Im siebten Heimspiel der Saison gab es weiterhin keine Niederlage. Gegen Cleeberg gelang zudem der dritte Sieg in Folge.
Mit dem Auswärtsspiel bei der SG Ehringshausen/Dillheim am 18. Oktober wartet unmittelbar die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Gegen einen weiteren Vertreter der Spitzengruppe möchte unsere Mannschaft ihre gute Ausgangsposition im Kampf um die vorderen Tabellenplätze behaupten.
Zweite: Dorlar beendet Schöffengrunder Heimserie
Weniger erfolgreich verlief der Nachmittag für unsere Zweite. Nach drei Unentschieden gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe musste sich der Aufsteiger der TSG Dorlar mit 2:6 geschlagen geben. Gegen den Tabellenzweiten zeigte unsere Mannschaft insbesondere in der ersten Halbzeit ordentliche Ansätze, bekam die langen Bälle der offensivstarken Gäste jedoch über weite Strecken nicht in den Griff.
Dabei fand der FCS zunächst gut in die Begegnung und erarbeitete sich mehrere Eckbälle. Auch defensiv hielt unsere Mannschaft anfangs dagegen. Felix Lauterbach verhinderte nach einer Viertelstunde gegen Hendrik Schomer zunächst den Rückstand.
In der 23. Minute brachte Jan Ferber die Gäste dennoch in Führung. Ein langer Ball hatte den Angreifer auf der rechten Seite erreicht, von wo aus er zum 0:1 abschloss. Unsere Zweite zeigte jedoch eine gute Reaktion. Nachdem Dorlar eine Flanke nicht ausreichend klären konnte, reagierte Emil Elias Kolmer am schnellsten und traf in der 34. Minute zum 1:1 ins lange Eck.
Die Freude über den Ausgleich hielt allerdings nur zwei Minuten. Erneut sorgte ein langer Ball für Probleme in unserer Defensive, erneut war Jan Ferber zur Stelle. Mit seinem zweiten Treffer stellte er die Gästeführung wieder her.
Kurz vor dem Seitenwechsel bot sich Nikola Jung nach einer Flanke von Leon Strassheim die große Gelegenheit zum erneuten Ausgleich, doch der Angreifer scheiterte an Torhüter Raphael Steger. Stattdessen erhöhte Hendrik Schomer nach einem zunächst abgewehrten Abschluss von Michael Preidt auf 1:3.
Früher Rückschlag nach der Pause
Die Hoffnungen auf eine Aufholjagd erhielten unmittelbar nach Wiederanpfiff einen weiteren Dämpfer. Ein zentraler Distanzschuss von Michael Preidt rutschte Felix Lauterbach in der 46. Minute durch und brachte Dorlar mit 4:1 in Führung.
In der Folge kontrollierten die Gäste zunehmend das Geschehen. Während unsere Mannschaft offensiv nur noch vereinzelt für Entlastung sorgen konnte, blieb Dorlar gefährlich. Die beste Gelegenheit auf Schöffengrunder Seite hatte Dietrich Weber, der sich in der 67. Minute eine gute Abschlussposition erarbeitete, jedoch an Raphael Steger scheiterte.
Drei Minuten später erhöhte Max Assenheimer nach einer Hereingabe von rechts auf 1:5.
Immerhin gelang unserer Zweiten in der Schlussphase noch ein weiterer Treffer. Eine Flanke von Leon Strassheim nahm Jan Peller im Strafraum auf und verwandelte aus der Drehung zum 2:5 (83.). Doch auch diesmal folgte die Antwort der Gäste unmittelbar. Jan Ferber schnürte in der 86. Minute seinen Dreierpack und stellte den 2:6-Endstand her.
Nach zuvor sechs ungeschlagenen Heimauftritten musste unsere Zweite damit erstmals in dieser Saison auf eigenem Platz eine Niederlage hinnehmen. Vor allem die wiederkehrenden Schwierigkeiten mit Bällen hinter die Abwehr und die konsequente Chancenverwertung der Gäste machten letztlich den Unterschied.
Mit weiterhin zehn Punkten aus elf Spielen bleibt die Situation für unseren Aufsteiger anspruchsvoll. Die jüngsten Punktgewinne gegen Dornholzhausen, Spartak Wetzlar und Spitzenreiter Altenkirchen hatten allerdings bereits gezeigt, dass unsere Mannschaft auch gegen starke Gegner bestehen kann. An diese Leistungen gilt es in den kommenden Begegnungen wieder anzuknüpfen.
Ein Derbysieg für unsere Erste und ein Rückschlag für die Zweite: Der Doppelheimspieltag in Oberwetz brachte zwei unterschiedliche Ergebnisse. Während unsere Erste die Tabellenführung verteidigte, endete für die Zweite eine Serie von sechs Heimspielen ohne Niederlage.
Für Rot und Weiß.


