Die Tabelle liefert vor diesem fünften Spieltag zunächst eine bemerkenswert einfache Geschichte.
Der FC Schöffengrund hat fünf Punkte gesammelt. Waldsolms II auch. Beide Mannschaften haben einmal gewonnen, zweimal die Punkte geteilt und einmal verloren. Der FCS steht bei 12:7 Toren, die Gastgeber bei 7:5.
Viel näher können zwei Teams auf dem Papier kaum beieinanderliegen.
Nur erzählt gerade eine Tabelle Ende August noch längst nicht alles.
Ein 8:1 verändert den Blick
Wer lediglich auf die zwölf Schöffengrunder Treffer schaut, könnte einen ausgesprochen offensiven Saisonstart vermuten. Tatsächlich steckt ein erheblicher Teil davon in einem einzigen Nachmittag.
Acht Tore erzielte unsere Erste gegen Nauborn/Laufdorf. In Steindorf waren es zwei. Auf der Lemp keines. Gegen Biskirchen/Ulmtal wieder zwei.
Das 8:1 war zweifellos ein Ausrufezeichen und zeigte, was passieren kann, wenn der FCS früh Zugriff auf eine Partie bekommt und seine Möglichkeiten konsequent nutzt. Gleichzeitig macht gerade dieses Ergebnis deutlich, warum sich die ersten vier Spieltage nicht allein über Summen bewerten lassen.
Interessanter sind die Spiele drumherum.
Beim 2:2 in Steindorf musste unsere Mannschaft zum Saisonauftakt auswärts bestehen. Gegen Biskirchen/Ulmtal gelang zuletzt erneut ein Punktgewinn gegen eine Mannschaft, die sich früh im oberen Bereich der Liga einsortiert hat.
Dazwischen liegt die Partie auf der Lemp. Lange offen, mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, am Ende aber ein 0:2 und erstmals in dieser Saison kein eigener Treffer.
Das ergibt nach vier Wochen noch keine klare Formkurve. Aber vielleicht ist genau das der aktuelle Stand des FCS: Die Mannschaft hat bereits gezeigt, wie hoch ihr Niveau an guten Tagen sein kann. Jetzt geht es darum, dieses Niveau häufiger abzurufen.
Vier Spieler, zwölf Tore
Auch ein Blick auf die Torschützen erzählt eine Geschichte.
Davide Benatti hat viermal getroffen. Patrick Schmidt und Dennis Schmidbauer jeweils dreimal. Dietrich Weber zweimal.
Damit stammen bislang sämtliche zwölf FCS-Ligatore von nur vier Spielern.
Nach vier Partien muss daraus noch keine große Erkenntnis konstruiert werden. Bemerkenswert ist es trotzdem. Denn während sich die Mannschaft spielerisch längst über einen größeren Kreis definiert, ist beim letzten Kontakt vor dem Tor bislang eine kleine Gruppe verantwortlich.
Dass gleich mehrere Spieler regelmäßig treffen können, ist eine Stärke. Noch interessanter wird in den kommenden Wochen aber die Frage, wann sich der Kreis erweitert.
Gerade Spiele wie das heutige könnten dafür interessant werden. Denn Waldsolms hat bislang nicht den Eindruck einer Mannschaft hinterlassen, die ihren Gegnern viele offene Räume schenkt.
Waldsolms hält die Spiele eng
Auch die SG begann ihre Saison gegen Nauborn/Laufdorf. Mit 4:1 fiel der Auftakterfolg deutlich aus.
Seitdem allerdings war jedes Waldsolmser Ergebnis knapp. Auf das 1:1 auf der Lemp folgten ein 0:1 gegen Biskirchen/Ulmtal und zuletzt ein 2:2 gegen Büblingshausen II.
Drei Spiele ohne Sieg klingen zunächst nach einer kleinen Negativserie. Lediglich eine Niederlage und insgesamt nur fünf Gegentore nach vier Spieltagen erzählen eine etwas andere Geschichte.
Waldsolms macht seine Partien bislang eng.
Mehr als zwei Treffer kassierte die SG noch in keinem ihrer ersten vier Ligaspiele. Beim 0:1 gegen Biskirchen fehlte letztlich nur ein eigenes Tor zum Punktgewinn. Gegen die Lemp und Büblingshausen reichte es jeweils für ein Unentschieden.
Offensiv setzte zuletzt Andre Schreier das deutlichste Zeichen. Beim 2:2 gegen Büblingshausen erzielte er beide Treffer der SG innerhalb weniger Minuten und machte aus einem Rückstand zwischenzeitlich eine Waldsolmser Führung.
Auch bei den sieben Toren der Gastgeber lohnt ein zweiter Blick: Zwei Treffer beim 4:1 gegen Nauborn/Laufdorf gingen als Eigentore des Gegners in den Spielbericht ein.
Damit haben beide Mannschaften ihre offensiven Gesamtzahlen ausgerechnet gegen denselben Gegner erheblich nach oben geschraubt.
Die interessanteren Ergebnisse stehen daneben
Deshalb lohnt es sich, die gemeinsamen Gegner anzuschauen.
Beide Mannschaften haben bereits gegen die SpVgg. Lemp und gegen Biskirchen/Ulmtal gespielt.
Waldsolms holte auf der Lemp beim 1:1 einen Punkt, verlor gegen Biskirchen knapp mit 0:1. Der FCS verlor auf der Lemp 0:2 und spielte gegen Biskirchen 2:2.
Auch daraus entsteht kein eindeutiger Vorteil für eine Seite. Waldsolms war auf der Lemp erfolgreicher. Unsere Mannschaft nahm dafür gegen Biskirchen einen Punkt mit.
Es passt zu einer Partie, bei der sich der Favorit auch mit etwas Mühe nicht wirklich finden lässt.
Kraftsolms kennen wir
Immerhin der Ort weckt beim FCS gute Erinnerungen.
Am 28. März spielte unsere Erste zuletzt auf dem Kraftsolmser Kunstrasen. Der 5:2-Auswärtssieg gehörte damals zu jener Serie, mit der sich der FCS in der zweiten Saisonhälfte immer weiter nach vorne arbeitete.
Dabei sollte nicht vergessen werden, was einige Monate zuvor passiert war. Das Hinspiel hatte Waldsolms II in Schöffengrund mit 3:1 gewonnen.
Zweimal trafen beide Mannschaften in der vergangenen Saison aufeinander. Zweimal gewann der Gast.
Für heute hat das sportlich kaum Aussagekraft. Zu viel verändert sich im Amateurfußball innerhalb weniger Monate.
Interessant ist der Rückblick trotzdem.
Denn beim letzten Besuch in Kraftsolms zeigte der FCS genau jene Eigenschaft, nach der er in diesen ersten Saisonwochen noch sucht: Er verwandelte einen guten Auftritt nicht in ein einzelnes Ereignis, sondern machte ihn zum Bestandteil einer Serie.
Noch keine Richtungsentscheidung – aber ein Gradmesser
Nach vier Spieltagen über Schlüsselspiele zu sprechen, wäre übertrieben.
Die Kreisliga A ist noch viel zu jung. Tabellenplätze verändern sich mit einem einzigen Ergebnis, Mannschaften finden erst ihren Rhythmus und manches vermeintliche Topteam wird sich erst noch als solches bestätigen müssen.
Trotzdem werden Spiele wie das heutige mit jeder Woche interessanter.
Nicht, weil ein Sieg in Kraftsolms irgendein Saisonziel erfüllen würde. Sondern weil sich langsam zeigt, welche Mannschaften aus guten einzelnen Ergebnissen Regelmäßigkeit entwickeln können.
Der FCS könnte heute auf acht Punkte stellen. Vor allem aber könnte unsere Mannschaft nach dem 2:2 gegen Biskirchen erstmals seit dem deutlichen Heimsieg gegen Nauborn wieder ein Ergebnis bestätigen.
Waldsolms steht vor derselben Aufgabe. Die SG wartet seit dem ersten Spieltag auf einen Sieg und könnte ihrerseits mit einem Dreier am FCS vorbeiziehen.
Zwei Mannschaften mit fünf Punkten. Zwei Saisonstarts, die noch nicht eindeutig zu lesen sind. Und 90 Minuten, nach denen zumindest eine der beiden Geschichten ein wenig klarer sein könnte.
Fan-Infos
Zum Sportplatz, 35647 Waldsolms
einzelne Schauer möglich
Unsere Mannschaft freut sich über Unterstützung in Kraftsolms.
Für Rot und Weiß.


